Wissenswertes über Oberthulba

Der Name Oberthulba leitet sich vom durch die Gemeinde fließenden Fluss Thulba ab, welcher bei Hammelburg in die Fränkische Saale fließt. Der Zusatz Ober und zeitweise Dorf sollte den Ort vom gleichnamigen, südwestlich liegenden Dorf Thulba unterscheiden.

Frühere Schreibweisen

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:

  • 1234 Obertulbe
  • 1277 Oberntulbe
  • 1378 Dorftulbe
  • 1455 Obertolbe
  • 1574 Oberdulba
  • 1657 Oberthulb
  • 1700 Oberdull
  • 1747 Ober-Tulba
  • ab ca. 1800 Oberthulba

Das Wappen von Oberthulbawappen von obethulba

In Rot drei gesenkte silberne Spitzen, im Schildfuß belegt mit einem blauen Wellenbalken; zwischen den Spitzen schwebend oben nebeneinander ein silberner Bischofsstab und ein goldenes Johanneskreuz. Das rot-weiß gezackte Wappenbild ist der sog. Würzburger Rechen. Die blaue Wellenlinie deutet die Thulba an, das Johanneskreuz weist auf den Ortspatron, Johannes der Täufer, hin

Ortsgeschichte

Anfänge

Die erste bekannte Erwähnung des Ortes stammt vom November 1234 im Rahmen eines Verkaufs von Gütern bei Oberthulba an den Würzburger Bischof Hermann I. von Lobdeburg durch Gotfried von Reichenbach und seine Gattin Mechtildis, geborene von Henneberg. In der Zeit vor dieser Erwähnung findet sich in mehreren Dokumenten die Bezeichnung „Thulba“, wobei nicht in jedem Fall sicher ist, ob es um den Ort geht oder den Fluss Thulba, der als Namensgeber für Oberthulba sowie auch Unterthulba, der Bezeichnung für das Kloster Thulba, Pate stand. Der Ort liegt am erhöhten rechten Ufer der Thulba und war einst ummauert. Reste der alten Dorfmauer findet man heute noch am Parkplatz des Gasthauses “Zum Grünen Kranz” in der oberen Torstrasse. Drei Tore standen zur Sicherheit an den Ausfallstrassen:

  • an der (ehemaligen) Metzgerei Glaser in Richtung Reith (Hintere Torstrasse)
  • beim Gasthaus “Grüner Kranz” Richtung Hassenbach (Obere Torstrasse)
  • bei der Brücke Richtung Albertshausen

Oberthulba zu Beginn der Neuzeit

Im Jahr 1571 wurde das zur Pfarrei Euerdorf gehörende Oberthulba selbstständige Pfarrei, musste aber noch bis zur Säkularisation im Jahr 1803 ein Drittel des „Getraidt-Zehnts“ an Euerdorf entrichten. Unter dem Würzburger Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn zählte Oberthulba zur Zent Aura-Trimberg, die um 1570 durch Vereinigung der Zenten Aura und Trimberg entstanden war. Die geistliche Rechtsprechung wurde vom Fürstbischof und das Pfarrgesetzungsrecht vom Domkapitel ausgeübt. Im Rahmen der Gerichtsbarkeit wurden zwei Zentschöffen (einfache Bauern) sowie 14 Erbschöffen für Oberthulba bestimmt. Gemeinsam mit Euerdorf und Elfershausen hatte Oberthulba dem Fürstbischof „Folge und Reise“ zu leisten und im Kriegsfall Ausrüstung, u. a. Kriegswagen und Pferde, zu stellen. Die Steuern lagen bei 41 Gulden pro Jahr.

Eingemeindungen

Im Rahmen der Gemeindegebietsreform wurden in den 1970er Jahren mehrere Ortsteile nach Oberthulba eingemeindet, und zwar

  • Wittershausen am 1. Juli 1971
  • Schlimpfhof und Hassenbach am 1. Juli 1972
  • sowie Frankenbrunn, Hetzlos, Reith und Thulba am 1. Mai 1978.